Franz Fischer sprach im vollbesetzten Saal des Kirrlacher Pfarrzentrums bestimmt im Namen aller Anwesenden: „Das war heute ein großartiges Konzert“, sagte der ehemalige Rektor der Schillerschule im Waghäuseler Stadtteil. Zuvor hatten unter der Gesamtleitung von Karl-Heinz Steffan das Kammerorchester der Musikschule Waghäusel, die Junge Sinfonie, die Querflötenklasse von Ute Widdermann, die jungen Hornistinnen Annike Schweda und Annika Lang sowie Turna Kilic und Nihat Iman mit ihrer Baglama für ein 90-minütiges musikalisches Feuerwerk gesorgt. Davon überzeugten sich auch die Gründungsmitglieder der Musikschule, Heinz Schebek, Nikolaus Haag und Wilfried Berger.

Verzaubert wurden die Anwesenden durch die klassischen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Vivaldi, Georg-Friedrich Händel und John Rutter. Vor über 250 Jahren komponierte Mozart die Serenade „Eine kleine Nachtmusik“, die vom 13-köpfigen Kammerorchester mit Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass und Cembalo kunstfertig intoniert wurde. Die Musikschule Waghäusel-Hambrücken muss sich um den Klassik-Nachwuchs keine Sorgen machen. Das Ensemble „Young Strings“ setzt sich aus 14 jungen Streichern zusammen, die mit „French Folk Tune“ ihre Liebe zur Violine und das besondere Talent unter Beweis stellten.

Zu den bekannten Werken des 1678 geborenen italienischen Priesters und Musiklehrers Antonio Vivaldi zählen „Die vier Jahreszeiten“. Das Kammerorchester mit dem Solo-Violinisten Hans Berg spielte diesen Klassiker mit hoher musikalischer Präzision und leidenschaftlicher Hingabe. Ebenso das Prelude aus der Suite Antique des englischen Komponisten John Rutter mit der Solo-Flötistin Tanja Feth und die Aria mit Sophia Knebel als Solistin an der Querflöte. Ein fünfköpfiges Ensemble mit Flöte (Tabea Palmer), Violine (Hans Berg), Violincello (Jörg Berger), Bass (Markus Kroell) und Cembalo (Alexander Burghardt) intonierte Vivaldis „Sonata C-Dur“, ehe die Wassermusik von Georg-Friedrich-Händel von allen Ensembles gemeinsam gespielt wurde.

Bereichert haben das Strings-Cross-Konzert Turna Kilic und Nihat Iman, die mit ihrer Baglama, einer türkischen Laute, das Lied „Kirmizi Bugday“ spielten und sangen. Das Finale bildete das von allen Teilnehmern und Besuchern in türkischer Sprache gemeinsam gesungene Lied „Orda Bir Köy Var Uzakta“, das von der Sehnsucht anatolischer Kinder berichtet, die in einem kleinen Dorf ohne Schule und Spielplatz aufwachsen. Karl-Heinz Steffan widmete das Lied den Geflüchteten, die zuletzt in Italien nicht willkommen waren und stattdessen die Retter kriminalisiert wurden.Kurt Klumpp